Bei ChatGPT und KI-Suche gefunden werden: Was Betriebe in Österreich jetzt tun können
Immer mehr Menschen tippen ihre Frage nicht mehr in das Google-Suchfeld, sondern stellen sie ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Oder sie lesen bei Google gleich die KI-Übersicht ganz oben und klicken gar nicht mehr weiter. Für dich als Betrieb heißt das: Neben den klassischen Suchergebnissen gibt es eine zweite Bühne, auf der entschieden wird, wer empfohlen wird. Wer bei KI gefunden werden will, braucht dafür keine Zauberformel, sondern eine Website und ein Unternehmensprofil, die eine Maschine ohne Raten versteht. In diesem Beitrag liest du, wie KI-Assistenten ihre Antworten zusammenstellen, was du davon beeinflussen kannst und was nicht, und welche Schritte sich für kleine und mittlere Betriebe in Österreich tatsächlich lohnen.
Wie KI-Assistenten entscheiden, wen sie nennen
Ein Sprachmodell wie ChatGPT schöpft aus zwei Quellen. Die erste ist sein Trainingswissen: Texte aus dem Internet bis zu einem bestimmten Stichtag. Die zweite ist eine Live-Suche im Web, die bei Fragen nach aktuellen oder lokalen Dingen fast immer anspringt. Fragt jemand „Welcher Installateur in Amstetten macht Wärmepumpen?“, durchsucht der Assistent im Hintergrund das Netz, liest einige Seiten, fasst sie zusammen und nennt meist die Quellen dazu.
Woher diese Live-Ergebnisse kommen, ist entscheidend. ChatGPT greift für seine Websuche unter anderem auf den Index von Bing zurück, Gemini und die KI-Übersicht von Google auf den Google-Index. Perplexity betreibt eigene Crawler und nutzt zusätzlich fremde Suchdaten. Die wichtigste Erkenntnis daraus ist unspektakulär: Wer in den klassischen Suchmaschinen nicht sauber vorkommt, hat es auch bei der KI schwer. Die KI-Suche ersetzt die Suchmaschine nicht, sie setzt auf ihr auf.
Aus den gefundenen Seiten wählt der Assistent jene, die die Frage am klarsten beantworten und deren Angaben sich mit anderen Quellen decken. Eine Seite, die in einem Satz sagt, wer du bist, was du machst und wo, hat dabei einen klaren Vorteil gegenüber einer Seite, die nur „maßgeschneiderte Lösungen“ verspricht.
Wie ernst das Thema schon ist, sehen wir in unserer eigenen Search Console: Dort tauchen inzwischen ganze Sätze als Suchanfragen auf, etwa die Frage, welche Agentur einem helfen kann, bei KI besser gefunden zu werden. So formuliert niemand eine klassische Google-Suche. So spricht man mit einem Assistenten.
Bei KI gefunden werden beginnt bei der klassischen Suche
Bevor du an Texten feilst, lohnt ein Blick auf die Technik. Drei Dinge entscheiden darüber, ob deine Website überhaupt in die engere Wahl kommt.
- Google Search Console: Hier siehst du, welche Seiten Google kennt und welche nicht im Index sind. Fehlt eine Leistungsseite, kann sie auch keine KI-Übersicht speisen.
- Bing Webmaster Tools: Wird in Österreich fast immer vergessen, weil Bing hier kaum jemand verwendet. Weil ChatGPT unter anderem auf den Bing-Index zugreift, ist das heute ein Fehler. Die Anmeldung dauert wenige Minuten und lässt sich sogar aus der Search Console übernehmen.
- robots.txt und Firewall: In dieser Datei steht, welche Crawler deine Website lesen dürfen. Manche Sicherheits-Plugins und Hosting-Firewalls sperren unbekannte Bots pauschal aus, ohne dass es jemand merkt.
Bei den Crawlern lohnt es sich, genau hinzuschauen. OpenAI unterscheidet zum Beispiel zwischen dem GPTBot, der Inhalte für das Training sammelt, und dem OAI-SearchBot, der für die Suche in ChatGPT zuständig ist. Du kannst das Training ablehnen und trotzdem in der Suche auftauchen, wenn du nur den ersten Bot sperrst. Ähnlich ist es bei Google: Der Eintrag Google-Extended regelt, ob deine Inhalte für das Training von Gemini verwendet werden, hat aber keinen Einfluss auf die normale Google-Suche. Ob das bei dir richtig eingestellt ist, prüfen wir im Rahmen unserer Suchmaschinenoptimierung, und wenn die Website bei uns liegt, gleich mit dem Webhosting abgestimmt.
Klare Antworten statt Werbesprache
Ein KI-Assistent zitiert keine Slogans. Er sucht Sätze, mit denen er eine konkrete Frage beantworten kann. „Wir sind Ihr kompetenter Partner für alle Anliegen“ beantwortet keine einzige. Ein Satz wie „Wir verlegen Fliesen in Bad und Küche im Bezirk Amstetten und im Ybbstal, Besichtigung vor Ort kostenlos“ beantwortet gleich mehrere: was, wo und wie der erste Schritt aussieht.
Für deine Website heißt das:
- Eine Leistung, eine Seite. Wer alles auf einer Seite zusammenfasst, macht es Mensch und Maschine schwer, die passende Antwort herauszulesen.
- Region ausschreiben. Orte, Bezirke und das Einzugsgebiet gehören in den Text, nicht nur ins Impressum.
- Häufige Fragen beantworten. Ein kurzer Fragen-und-Antworten-Teil auf der Leistungsseite liefert genau die Häppchen, die eine KI gern übernimmt.
- Zahlen nennen, wo es geht. Ab-Preise, übliche Dauer, Mindestmengen. Konkrete Angaben werden eher zitiert als vage.
Das ist übrigens keine Sonderregel für KI. Genau diese Klarheit hilft auch dem Menschen, der deine Seite liest, und deshalb ist sie bei uns fester Teil jedes Webdesign-Projekts.
Dein Google-Unternehmensprofil ist eine KI-Quelle
Bei lokalen Fragen greifen Gemini und die KI-Übersicht von Google stark auf die Daten aus Google Maps zurück: Kategorie, Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos und vor allem Bewertungen. Ein unvollständiges Profil ist deshalb doppelt teuer. Es kostet dich Sichtbarkeit in der Karte und gleichzeitig in den KI-Antworten.
Besonders wertvoll sind Bewertungen, in denen Kundinnen und Kunden beschreiben, was du für sie gemacht hast. „Rasche Hilfe beim Heizungsausfall am Wochenende“ sagt einer Maschine mehr als fünf Sterne ohne Text. Du kannst Bewertungen nicht vorschreiben, aber du kannst nach einem abgeschlossenen Auftrag freundlich darum bitten und auf jede einzelne antworten.
Wichtig ist außerdem, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich lauten: auf der Website, im Profil, bei Herold und im WKO-Firmen-A-Z. Widersprüche verunsichern nicht nur Kunden, sondern auch die Systeme, die diese Angaben abgleichen. Wie du dein Profil vollständig und aktuell hältst, findest du auf unserer Seite zum Google-Unternehmensprofil.
Strukturierte Daten und llms.txt: die maschinenlesbare Visitenkarte
Strukturierte Daten nach dem Standard schema.org sind kleine Codeblöcke im Hintergrund deiner Website. Sie sagen einer Maschine unmissverständlich: Das ist ein Betrieb, das ist die Adresse, das sind die Öffnungszeiten, das sind die Leistungen. Für Besucher bleiben sie unsichtbar, für Suchmaschinen und KI-Systeme sind sie eine Abkürzung, weil sie nichts aus dem Fließtext erraten müssen.
Neu ist die Datei llms.txt. Sie liegt im Hauptverzeichnis der Website und fasst in einfachem Text zusammen, was auf der Website zu finden ist und welche Seiten wichtig sind. Ehrlich gesagt: Die llms.txt ist ein Vorschlag, kein offizieller Standard, und kein Anbieter garantiert, dass er sie liest. Sie ist aber schnell eingerichtet, schadet nicht und zwingt dich nebenbei, deine wichtigsten Seiten einmal sauber zu benennen. Wichtig ist nur, dass interne Seiten wie Warenkorb, Kasse oder Login dort nicht auftauchen.
Erwähnungen außerhalb deiner Website
KI-Assistenten verlassen sich ungern auf eine einzige Quelle. Wird dein Betrieb an mehreren unabhängigen Stellen mit denselben Angaben genannt, wirkt die Empfehlung für das System sicherer. Das ist eine alte Logik der Suchmaschinen, die bei der KI noch stärker greift.
Gute Anlaufstellen für Betriebe in Niederösterreich und Wien sind:
- Branchenverzeichnisse wie das WKO-Firmen-A-Z und Herold, vollständig ausgefüllt
- das Wirtschaftsverzeichnis deiner Gemeinde und regionale Plattformen
- Berichte in Bezirksblättern oder regionalen Online-Medien, etwa über ein Projekt oder ein Firmenjubiläum
- Referenzlisten von Lieferanten, Herstellern oder Partnerbetrieben
- Vereine und Veranstaltungen, die du unterstützt
Nichts davon ist neu oder kompliziert. Es wird nur selten konsequent gemacht, und genau darin liegt dein Vorsprung gegenüber Mitbewerbern.
Was du nicht beeinflussen kannst
So ehrlich muss man sein: Einen garantierten Platz in einer KI-Antwort gibt es nicht. Die Antworten ändern sich je nach Formulierung der Frage, je nach Standort und manchmal von einem Tag auf den anderen. Es gibt kein Ranking, das man kaufen kann, und keine Einstellung, mit der man sich in ChatGPT hineinschreibt.
Sei deshalb vorsichtig bei Angeboten, die dir „Platz eins bei ChatGPT“ versprechen. Ebenso wenig bringt es, mit KI-Werkzeugen massenhaft austauschbare Seiten zu erzeugen. Suchmaschinen erkennen dünne Inhalte ohne eigenen Wert und stufen sie ab. Was dauerhaft wirkt, ist das Gleiche wie bei der klassischen Suche: eine technisch saubere Website, klare Inhalte zu echten Leistungen und ein gepflegtes Profil.
Ein einfacher Test hilft dir trotzdem weiter. Stell ChatGPT, Gemini und Perplexity in regelmäßigen Abständen die Fragen, die deine Kunden stellen würden, und notiere, wer genannt wird und welche Quellen verlinkt sind. Das ersetzt keine Messung, zeigt dir aber schnell, wo du stehst und wem die KI gerade vertraut.
Ein Fahrplan für die nächsten Wochen
Wenn du das Thema angehen willst, ohne dich zu verzetteln, arbeite diese Liste der Reihe nach ab:
- Woche 1: Search Console prüfen, Bing Webmaster Tools anmelden, robots.txt und Firewall auf gesperrte Such-Crawler kontrollieren.
- Woche 2: Google-Unternehmensprofil vervollständigen: Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten, aktuelle Fotos. Name, Adresse und Telefonnummer in allen Verzeichnissen angleichen.
- Woche 3 und 4: Die wichtigsten Leistungsseiten überarbeiten. Je Seite ein klarer erster Satz, die Region, konkrete Angaben und ein kurzer Fragenteil.
- Danach: Strukturierte Daten ergänzen, eine llms.txt einrichten und einmal im Monat die Testfragen wiederholen.
Wenn du dabei Unterstützung willst, übernehmen wir einzelne Schritte oder das ganze Paket. Was das kostet, siehst du auf unserer Preisseite.
Häufige Fragen zu KI-Sichtbarkeit
Brauche ich für ChatGPT eigene Texte oder eine eigene Website?
Nein. Die KI liest dieselbe Website wie Google und deine Kunden. Es geht nicht um einen zweiten Auftritt, sondern darum, den bestehenden klarer und vollständiger zu machen.
Soll ich KI-Crawler in der robots.txt sperren?
Das hängt davon ab, was du sperrst. Wer Crawler für das Training ablehnt, etwa GPTBot, kann trotzdem in der Suche von ChatGPT auftauchen, solange der OAI-SearchBot zugelassen ist. Wer pauschal alle Bots aussperrt, verschwindet aus den KI-Antworten.
Wie schnell wirkt das?
Technische Korrekturen wie eine entsperrte robots.txt oder die Anmeldung bei Bing greifen oft innerhalb weniger Wochen. Bei Inhalten und Erwähnungen musst du eher mit Monaten rechnen, genau wie bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung.
Kann ich messen, ob mich die KI empfiehlt?
Nur eingeschränkt. Klicks aus der KI-Übersicht von Google zählt die Search Console zu den normalen Websuche-Klicks, eine eigene Auswertung gibt es dafür nicht. Am verlässlichsten sind regelmäßige Testfragen und die Frage an neue Kunden, wie sie auf dich gekommen sind.
Fazit: Klarheit schlägt Tricks
Bei KI gefunden werden ist kein eigenes Spielfeld mit geheimen Regeln. Es ist die konsequente Fortsetzung guter Suchmaschinenarbeit: Deine Website muss technisch erreichbar sein, deine Leistungen müssen klar beschrieben sein, und dein Unternehmensprofil muss vollständig und stimmig sein. Wer das sauber erledigt, liefert Google und den KI-Assistenten genau die Antworten, die sie weitergeben wollen. Die meisten Mitbewerber haben damit noch gar nicht angefangen. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, es anders zu machen.