Onlineshop erstellen lassen in Österreich: Ablauf, Zeitplan und was du selbst beisteuern musst

Du willst dir einen Onlineshop erstellen lassen und suchst in Österreich jemanden, den du auch anrufen kannst, wenn am Freitagnachmittag eine Bestellung nicht durchgeht. Die erste Frage ist fast immer dieselbe: Wie lange dauert das, und was kommt dabei auf mich zu? Die ehrliche Antwort lautet: Der technische Teil ist selten das Problem. Der Zeitplan hängt an den Dingen, die nur du liefern kannst — Produktdaten, Preise, Versandregeln, Fotos. Dieser Beitrag zeigt dir den Ablauf Schritt für Schritt, nennt realistische Zeiträume und sagt dir vorab, welche Aufgaben bei dir liegen bleiben.
Was „erstellen lassen“ tatsächlich bedeutet
Ein Shop ist kein Möbelstück, das fertig geliefert wird. Er ist eher wie ein Geschäftslokal: Die Agentur richtet die Regale, die Kassa und den Eingang ein — das Sortiment stellst du hinein. Genau an dieser Stelle entstehen die meisten Missverständnisse. Wer glaubt, mit der Beauftragung sei die Arbeit erledigt, wundert sich in Woche drei, warum nichts weitergeht.
Praktisch heißt das: Wir übernehmen Technik, Struktur, Gestaltung, Rechtstexte-Einbindung, Zahlungs- und Versandanbindung, Tests und den Livegang. Du lieferst das Wissen über deine Produkte, deine Preise und deine Abläufe. Wie diese Aufteilung bei uns konkret aussieht, steht auf der Seite zu Onlineshops.
Davon zu unterscheiden ist der Baukasten, den du dir selbst zusammenklickst. Der kostet wenig und funktioniert für ein kleines, überschaubares Sortiment durchaus. Sobald aber Varianten, Staffelpreise, eine Anbindung an die Warenwirtschaft oder ein zweiter Verkaufskanal dazukommen, stößt du an Grenzen — und ein Umzug später kostet mehr als die saubere Einrichtung am Anfang. Die Frage ist also nicht „Agentur oder Baukasten“, sondern: Wie viel soll dein Shop in drei Jahren können?
Schritt 1: Das Vorgespräch — bevor irgendjemand etwas gestaltet
Am Anfang steht kein Design, sondern eine Bestandsaufnahme. Wie viele Artikel sollen in den Shop? Gibt es Varianten in Größe oder Farbe? Verkaufst du an Endkunden, an Betriebe oder an beide? Brauchst du Preise nur mit Umsatzsteuer oder auch netto? Liegen die Artikel in einer Warenwirtschaft, in einer Kassensoftware oder in einer Excel-Liste?
Diese Fragen wirken trocken, entscheiden aber über den gesamten Aufwand. Ein Shop mit 40 Artikeln ohne Varianten ist etwas völlig anderes als ein Sortiment mit 900 Artikeln, drei Größen und Staffelpreisen. Für Betriebe mit gewachsenem Sortiment haben wir die Besonderheiten auf einer eigenen Seite für Händler zusammengefasst.
Ergebnis des Vorgesprächs ist ein Angebot mit klarem Leistungsumfang — und eine erste ehrliche Einschätzung, wie lange es dauern wird.
Schritt 2: Struktur und Gestaltung (Woche 1 bis 2)
Zuerst entsteht die Struktur: Welche Kategorien gibt es, wie findet jemand ein Produkt, was passiert im Warenkorb, wie viele Klicks liegen zwischen Interesse und Bestellung. Erst danach kommt das Aussehen. Diese Reihenfolge ist wichtig, weil sich ein hübscher Shop mit falscher Struktur nicht mehr reparieren lässt, ohne von vorne zu beginnen.
Du bekommst in dieser Phase eine erste Ansicht zu sehen und gibst Rückmeldung. Je konkreter deine Rückmeldung ausfällt, desto schneller geht es weiter. „Gefällt mir nicht“ kostet eine Woche, „die Schrift in der Produktübersicht ist mir zu klein“ kostet einen Nachmittag. Wie wir grundsätzlich gestalten, siehst du im Bereich Webdesign.
Schritt 3: Produktdaten — der Teil, der am längsten dauert
Hier entscheidet sich der Zeitplan. Jeder Artikel braucht einen Namen, eine Beschreibung, einen Preis, eine Artikelnummer, Angaben zu Gewicht oder Größe für den Versand, mindestens ein brauchbares Foto und eine Zuordnung zur Kategorie. Bei 300 Artikeln ist das keine Nachmittagsarbeit, sondern echte Arbeit über mehrere Wochen.
Drei Wege gibt es:
- Du lieferst eine strukturierte Liste — Excel oder CSV, eine Zeile pro Artikel. Wir importieren sie. Das ist mit Abstand der schnellste Weg.
- Wir übernehmen aus einer bestehenden Quelle — Warenwirtschaft, Kassensystem, Lieferantenkatalog. Ob das geht, klären wir im Vorgespräch.
- Du pflegst selbst ein — wir richten den Shop ein und zeigen dir, wie es geht. Günstiger, aber du brauchst Zeit dafür.
Fotos sind das zweite Nadelöhr. Handybilder aus dem Lager reichen für ein paar Artikel; bei einem ganzen Sortiment fällt der Unterschied zu ordentlichen Aufnahmen sofort auf. Wenn du hier Unterstützung brauchst, sag es früh — Fototermine wollen geplant sein.
Schritt 4: Zahlung, Versand und die Rechtstexte
Beim Bezahlen entscheidet sich, ob eine Bestellung zustande kommt. In Österreich sind EPS-Sofortüberweisung, Kreditkarte, PayPal und Kauf auf Rechnung die gängigen Wege; welche davon sinnvoll sind, hängt von deiner Kundschaft ab. Für jede Zahlungsart brauchst du einen eigenen Vertrag mit dem Anbieter — das erledigt keine Agentur für dich, weil dabei deine Firmendaten und dein Bankkonto hinterlegt werden. Rechne dafür ein bis zwei Wochen ein, vor allem wenn eine Prüfung deiner Firma dazukommt.
Beim Versand geht es um Zonen und Kosten: Was zahlt jemand in Österreich, was nach Deutschland, ab welchem Betrag versendest du kostenlos, wie schwer darf ein Paket sein? Diese Regeln musst du festlegen, wir bilden sie ab.
Dazu kommen die Pflichttexte: Impressum nach dem E-Commerce-Gesetz, Datenschutzerklärung, allgemeine Geschäftsbedingungen und die Belehrung über das Rücktrittsrecht nach dem Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz. Wir binden sie sauber ein und verlinken sie dort, wo sie hingehören. Verfassen sollte sie jemand, der dafür haftet — also deine Rechtsanwältin oder ein Vertragsvorlagendienst. Die Wirtschaftskammer bietet dazu Muster an.
Schritt 5: Testlauf, Livegang und die erste Woche danach
Vor dem Livegang wird bestellt — von uns und von dir. Testkauf mit jeder Zahlungsart, Bestellbestätigung prüfen, Rechnung prüfen, Versandmail prüfen, Storno prüfen. Auch am Handy, weil dort inzwischen der größere Teil der Bestellungen ankommt.
Danach geht der Shop live. Der Betrieb läuft auf unserem Webhosting, damit Geschwindigkeit, Backups und Erreichbarkeit an einer Stelle liegen und du bei einem Problem nicht zwischen drei Firmen vermitteln musst. Die erste Woche nach dem Start ist erfahrungsgemäß die lehrreichste: Da fallen Kleinigkeiten auf, an die vorher niemand gedacht hat.
Plane für diese erste Woche bewusst Zeit ein. Schau dir an, wo Leute abspringen, ob die Versandkosten dort auftauchen, wo sie erwartet werden, und ob die Bestellbestätigung verständlich formuliert ist. Die ersten zwanzig echten Bestellungen sagen dir mehr über deinen Shop als jede Vorabüberlegung — und die meisten Verbesserungen daraus sind kleine Handgriffe, wenn man sie gleich macht.
Onlineshop erstellen lassen in Österreich: der realistische Zeitplan
Wenn du dir einen Onlineshop erstellen lassen willst, plane von der Beauftragung bis zum Livegang mit sechs bis zwölf Wochen. Die Spanne ist so breit, weil sie fast nur von der Größe des Sortiments und von deiner Zulieferzeit abhängt:
- Woche 1–2: Vorgespräch, Struktur, erste Gestaltung
- Woche 2–6: Produktdaten und Fotos — der längste und variabelste Block
- Woche 4–6: Zahlung und Versand einrichten, Verträge mit den Anbietern
- Woche 6–8: Rechtstexte einbinden, Testkäufe, Nachbesserungen
- danach: Livegang und Begleitung in den ersten Wochen
Ein Shop mit 30 Artikeln kann in sechs Wochen stehen. Ein Sortiment mit 800 Artikeln, Varianten und Anbindung an die Warenwirtschaft braucht länger — und das liegt fast nie an der Technik.
Ein Hinweis zur Planung: Wenn du zum Weihnachtsgeschäft online sein willst, ist der Sommer der richtige Startzeitpunkt, nicht der Oktober. Und ein Livegang im Dezember oder kurz vor einer Urlaubswoche ist keine gute Idee — in der ersten Woche willst du erreichbar sein.
Was du selbst beisteuern musst — die ehrliche Liste
Damit du weißt, was auf dich zukommt, hier die Aufgaben, die niemand für dich erledigen kann:
- Sortiment und Preise — welche Artikel online gehen, zu welchem Preis, mit welchen Varianten
- Produkttexte — zumindest die Kernangaben; wir formulieren daraus verkaufsfähige Beschreibungen
- Bildmaterial — oder die Entscheidung, dass Fotos gemacht werden
- Versandregeln — Zonen, Kosten, Freigrenze, Verpackungsgrößen
- Zahlungsverträge — Anmeldung bei den Anbietern mit deinen Firmendaten
- Rechtstexte — von deiner Rechtsberatung, nicht aus dem Internet kopiert
- Eine zuständige Person — jemand im Betrieb, der Rückfragen innerhalb weniger Tage beantwortet
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Projekte, die sich ziehen, scheitern fast nie an der Technik, sondern daran, dass niemand im Betrieb die Zeit bekommt, Fragen zu beantworten.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Onlineshop erstellen zu lassen?
Das hängt an Sortimentsgröße, Varianten und Anbindungen. Wichtig ist, dass du neben der einmaligen Erstellung auch die laufenden Kosten kennst: Hosting, Wartung, Zahlungsgebühren je Bestellung. Wir haben die Preisfrage in einem eigenen Beitrag ausführlich aufgeschlüsselt.
Kann ich meinen Shop später selbst pflegen?
Ja, und das ist auch der Normalfall. Du bekommst eine Einschulung und kannst Artikel, Preise und Bestände selbst ändern. Größere Änderungen an Struktur oder Technik übernehmen wir.
Brauche ich ein eigenes Gewerbe für einen Onlineshop?
Wenn du gewerblich verkaufst, brauchst du die passende Gewerbeberechtigung — der Onlineverkauf ist dabei nur der Vertriebsweg. Die Wirtschaftskammer deines Bundeslandes sagt dir verbindlich, was für dein Sortiment gilt.
Was passiert, wenn im laufenden Betrieb etwas nicht funktioniert?
Du meldest dich bei uns, nicht bei einer Hotline im Ausland. Weil Shop und Hosting bei uns liegen, sehen wir direkt nach, statt zu vermitteln.
Lohnt sich ein Onlineshop überhaupt noch neben den großen Plattformen?
Für Sortimente, die austauschbar sind, wird es eng. Für Betriebe mit Beratung, Regionalität, Ersatzteilen oder einem klaren Fachgebiet lohnt es sich, weil die Marge bei dir bleibt und die Kundendaten dir gehören.
Fazit
Einen Onlineshop erstellen zu lassen ist kein Knopfdruck, aber auch kein Mysterium. Der Ablauf ist planbar: Vorgespräch, Struktur, Produktdaten, Zahlung und Versand, Testlauf, Livegang. Der Zeitplan liegt bei sechs bis zwölf Wochen, und die längste Etappe ist die, in der dein Sortiment in Form gebracht wird.
Wenn du weißt, was du verkaufen willst und wer im Betrieb Fragen beantwortet, ist der Rest Handwerk. Melde dich, dann schauen wir uns dein Sortiment an und sagen dir ehrlich, wie lange es bei dir dauern wird.