Website für Gastronomie: Was Gasthaus, Restaurant und Café online wirklich brauchen
Ein Gast entscheidet in wenigen Minuten, wo er essen geht – meistens am Handy, oft schon im Auto. Eine Website für Gastronomie hat deshalb eine andere Aufgabe als die Seite eines Handwerksbetriebs: Sie muss sofort zeigen, was es zu essen gibt, ob heute offen ist und wie man einen Tisch bekommt. Alles andere ist Beiwerk. In diesem Beitrag liest du, was Gasthaus, Restaurant, Café oder Heuriger online wirklich brauchen, was du dir sparen kannst und wo viele Lokale Gäste verlieren, ohne es zu merken.
Warum eine Website für Gastronomie anders funktioniert
Bei einem Installateur oder Tischler recherchiert ein Kunde oft tagelang, vergleicht Referenzen und fragt ein Angebot an. In der Gastronomie läuft das umgekehrt: Die Entscheidung fällt schnell, spontan und fast immer mobil. „Wo gehen wir am Sonntag zu Mittag essen?“ wird in der Google-Suche oder in Google Maps beantwortet. Und wer dort klickt, will drei Dinge wissen: Was gibt es? Hat das Lokal heute offen? Bekomme ich einen Tisch?
Deshalb gilt: weniger Seiten, aber die richtigen Informationen ganz oben. Eine große Bildergalerie auf der Startseite, ein langer Begrüßungstext über die Geschichte des Hauses und ein Kontaktformular ganz unten helfen wenig, wenn die Speisekarte drei Klicks entfernt ist. Die Geschichte darf bleiben – nur nicht vor der Karte.
Dazu kommt: Für viele Lokale ist das Google-Unternehmensprofil der erste Kontakt und die Website erst der zweite. Beide müssen zusammenpassen. Wer im Profil auf „Website“ tippt, soll dort genau das finden, was er im Profil gesucht hat – nur ausführlicher und aktueller.
Die Speisekarte gehört als Text auf die Seite, nicht als PDF
Die Karte ist auf fast jeder Gastro-Website die meistbesuchte Unterseite. Trotzdem steht sie bei vielen Betrieben nur als PDF zum Herunterladen online – eingescannt, abfotografiert oder aus dem Druckprogramm exportiert. Das hat drei Nachteile:
- Am Handy muss man zoomen und seitlich schieben. Viele brechen genau hier ab.
- Google kann den Inhalt eines PDFs schlechter einordnen als normalen Text. Wer nach „Backhendl Amstetten“ oder „Mittagsmenü Waidhofen“ sucht, findet dich mit einer Karte als Text deutlich eher.
- Ein PDF wird selten aktualisiert. Preise vom Vorjahr oder ein Gericht, das es längst nicht mehr gibt, sorgen für Ärger am Tisch.
Besser ist eine Karte als ganz normale Webseite, gegliedert nach Vorspeisen, Hauptspeisen, Nachspeisen und Getränken, mit Preisen. Entscheidend ist, dass du sie selbst ändern kannst – in zwei Minuten und ohne Agentur. Das Wochen- oder Mittagsmenü bekommt einen eigenen, gut sichtbaren Platz, weil es sich am häufigsten ändert und am häufigsten gesucht wird.
Ein Hinweis zu den Allergenen: Deine Gäste kennen die Kennbuchstaben A bis R von der Karte im Lokal. Übernimm dieselbe Kennzeichnung online. Wer mit einer Unverträglichkeit essen geht, schaut genau danach und entscheidet sich eher für ein Lokal, bei dem die Information schon vorab klar ist.
Öffnungszeiten: an einer Stelle pflegen, überall richtig
Kaum etwas ärgert einen Gast mehr als eine verschlossene Tür, obwohl im Internet „geöffnet“ stand. Das passiert meistens, weil die Öffnungszeiten an vier Stellen stehen – auf der Website, im Google-Profil, auf Facebook und auf einer Plattform – und nach der letzten Änderung nur zwei davon angepasst wurden.
Deshalb gehören die Öffnungszeiten auf der Website an genau eine Stelle, die überall eingeblendet wird, etwa in der Fußzeile und auf der Kontaktseite. Im Google-Profil trägst du zusätzlich Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Betriebsurlaub und einen verschobenen Ruhetag ein – am besten gleich, wenn du sie planst, und nicht am Morgen davor. Ein kurzer Hinweis oben auf der Startseite („Von 7. bis 21. Jänner Betriebsurlaub“) erspart dir Anrufe und enttäuschte Gäste.
Technisch lässt sich das sauber lösen: Werden Öffnungszeiten, Küche und Link zur Speisekarte auf der Website als strukturierte Daten ausgezeichnet (Schema.org „Restaurant“), kann Google sie leichter richtig zuordnen. Das ist eine Kleinigkeit beim Webdesign, die trotzdem oft vergessen wird.
Tisch reservieren ohne Anruf
Viele Reservierungswünsche kommen genau dann, wenn im Lokal am meisten los ist: am Freitag um sieben, am Sonntag zu Mittag. Oder spät am Abend, wenn niemand mehr abhebt. Wer dann nur eine Telefonnummer findet, schreibt vielleicht eine Nachricht auf Instagram – oder reserviert woanders.
Für die Online-Reservierung gibt es zwei Wege:
- Reservierungsanfrage: Ein einfaches Formular mit Datum, Uhrzeit, Personenanzahl und Telefonnummer. Du bestätigst per Mail oder Rückruf. Für kleine Lokale und Cafés reicht das oft völlig.
- Reservierungssystem mit Tischplan: Der Gast sieht freie Zeiten und bucht verbindlich, du siehst alle Reservierungen auf einen Blick, und Erinnerungen gehen automatisch hinaus. Das zahlt sich aus, wenn du regelmäßig ausgebucht bist oder viele Tische hast.
Wichtig ist bei beiden Varianten, dass die Reservierung auch auf deiner eigenen Website funktioniert und nicht nur über eine Plattform. Viele Plattformen verrechnen eine Gebühr pro Gast oder ein monatliches Abo, und die Gästedaten liegen dort statt bei dir. Welche Lösung zu deinem Betrieb passt, hängt von Größe, Auslastung und Personal ab – mehr dazu auf unserer Seite über Buchungssysteme. Den Reservierungslink trägst du außerdem im Google-Unternehmensprofil ein, damit Gäste direkt aus Google Maps heraus reservieren können.
Feiern, Firmenfeiern und Gruppen: die wertvollsten Anfragen
Eine Hochzeit, eine Weihnachtsfeier für 40 Leute oder eine Taufe bringen an einem Abend so viel wie viele normale Tische zusammen. Genau diese Anfragen werden gezielt gesucht: „Weihnachtsfeier Firma Amstetten“, „Lokal für Geburtstag 30 Personen“, „Taufe feiern Mostviertel“.
Ein Satz auf der Startseite („Wir richten auch Feiern aus“) reicht dafür nicht. Jeder wichtige Anlass verdient eine eigene Seite mit:
- Räumen und Platzangebot – Sitzplätze, Stehempfang, Gastgarten
- Menüvorschlägen, auf Wunsch mit einem Preisrahmen
- Fotos von echten Feiern in deinen Räumen
- einem kurzen Anfrageformular mit Datum, Personenanzahl und Anlass
Gerade die Seite für Weihnachtsfeiern zahlt sich aus, wenn sie früh online ist. Viele Firmen planen schon im Spätsommer und Herbst. Wer erst im November reagiert, hat die gefragten Termine oft schon vergeben – oder bekommt die Anfrage gar nicht erst.
Fotos: echt schlägt perfekt
Beim Essen entscheiden Bilder mehr als fast überall sonst. Trotzdem setzen viele Lokale auf gekaufte Fotos von Tellern, die mit der eigenen Küche nichts zu tun haben. Gäste merken das – und spätestens beim ersten echten Teller fühlt es sich wie ein gebrochenes Versprechen an.
Was wirklich wirkt: die Gaststube und der Gastgarten so, wie sie sind; ein voller Raum am Abend; die Leute hinter der Schank und in der Küche; zwei, drei typische Gerichte, so angerichtet, wie sie auch serviert werden. Professionelle Foto- und Videoaufnahmen zahlen sich hier besonders aus, weil du dieselben Bilder für Website, Google-Profil und Social Media verwendest. Ein kurzes Video vom Gastgarten an einem Sommerabend sagt mehr als zehn Absätze Text.
Achte darauf, dass die Bilder fürs Handy aufbereitet sind. Große Originaldateien machen die Seite langsam – und wer unterwegs auf eine ladende Seite wartet, ist schnell beim nächsten Lokal.
Personal finden über die eigene Website
In vielen Betrieben ist es inzwischen schwieriger, Köche und Servicekräfte zu finden als Gäste. Trotzdem steht auf den meisten Gastro-Websites keine einzige Zeile dazu, höchstens eine Mail-Adresse im Impressum.
Eine eigene Karriereseite hilft spürbar. Darauf gehört, wer im Team ist, mit Foto. Wie die Dienste aufgeteilt sind, ob es geteilte Dienste oder eine Zimmerstunde gibt und wie viele freie Tage. Was bezahlt wird – in Österreich muss ein Stelleninserat ohnehin das kollektivvertragliche Mindestentgelt nennen und angeben, ob eine Überzahlung möglich ist. Und ein Bewerbungsformular, das man am Handy in zwei Minuten ausfüllt, ohne vorher einen Lebenslauf als PDF suchen zu müssen.
Suchen wie „Koch Job Amstetten“ oder „Lehre Restaurantfachmann“ werden genauso gestellt wie die Suche nach einem Lokal. Wer dafür eine eigene Seite hat, wird auch dort gefunden.
Was eine Gastro-Website braucht und was nicht
Eine Website für ein Lokal muss nicht groß sein. Sinnvoll sind meistens: eine Startseite mit den wichtigsten Infos, die Speisekarte, die Reservierung, eigene Seiten für Feiern und Anlässe, eine Karriereseite und der Kontakt mit Anfahrt und Parkmöglichkeiten. Bei einem Gasthof mit Zimmern kommen die Zimmer mit Direktbuchung dazu.
Was du dir sparen kannst: animierte Startseiten mit Musik, ein Pop-up gleich beim ersten Besuch, ein Neuigkeiten-Bereich, den seit zwei Jahren niemand gepflegt hat, und eine eigene App. Was die Umsetzung konkret kostet, hängt vor allem davon ab, ob ein Reservierungs- oder Buchungssystem dazukommt und wie viele Fotos neu gemacht werden. Einen ersten Überblick bekommst du auf unserer Seite Preise.
Häufige Fragen zur Website für Gastronomie
Reicht nicht das Google-Unternehmensprofil?
Für die erste Entscheidung ist das Profil oft sogar wichtiger als die Website. Es hat aber Grenzen: Eine vollständige Speisekarte, Seiten für Feiern, die Personalsuche und eine Reservierung ohne Plattform lassen sich dort nicht abbilden. Am besten funktionieren beide zusammen – das Profil als Schaufenster, die Website als ausführliche Auskunft.
Kann ich die Speisekarte selbst ändern?
Ja, und genau so sollte es sein. Eine gute Gastro-Website ist so eingerichtet, dass du Gerichte, Preise und das Mittagsmenü ohne Programmierkenntnisse selbst anpasst, auch vom Handy aus.
Brauche ich ein Reservierungssystem oder reicht ein Formular?
Für kleine Lokale reicht eine Anfrage per Formular meistens. Ein System mit Tischplan lohnt sich, wenn du oft ausgebucht bist, viele Tische hast oder Gäste, die nicht erscheinen, mit automatischen Erinnerungen reduzieren willst.
Reicht Instagram statt einer Website?
Instagram ist gut, um Stimmung zu zeigen und Stammgäste zu halten. Neue Gäste finden dich aber vor allem über Google. Die Website gehört dir, ein Instagram-Beitrag rutscht nach ein paar Tagen aus dem Blickfeld. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.
Fazit: weniger Seiten, die richtigen Informationen
Eine Website für Gastronomie gewinnt Gäste nicht mit Effekten, sondern mit Klarheit: die Karte als Text, Öffnungszeiten, die überall stimmen, Reservierung ohne Anruf, eigene Seiten für Feiern und Fotos, die zeigen, wie es bei dir wirklich ist. Dazu eine Karriereseite, weil gutes Personal heute genauso gesucht wird wie ein freier Tisch. Wenn du wissen willst, wo dein Lokal online gerade Gäste verliert, schau dir unsere Seite Webdesign für Gastronomie an oder melde dich direkt bei FARA MEDIA.