Social-Media-Redaktionsplan: So planst du einen Monat Inhalte für deinen Betrieb
Du weißt, dass dein Betrieb auf Instagram und Facebook regelmäßig etwas zeigen sollte. Trotzdem kommt immer wieder der Moment, in dem du am Sonntagabend mit dem Handy auf der Couch sitzt und dir einfach nichts einfällt. Genau dafür gibt es den Social-Media-Redaktionsplan: eine einfache Übersicht, in der steht, was wann auf welchem Kanal erscheint und wer was dafür liefert. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du einen ganzen Monat Inhalte für deinen Betrieb planst – ohne Marketingabteilung, ohne teure Software und mit einer Vorlage, die du gleich übernehmen kannst.
Was ein Social-Media-Redaktionsplan ist – und was nicht
Ein Redaktionsplan ist keine Strategie-Präsentation mit vierzig Folien. Er ist eine Liste: Datum, Kanal, Thema, wer Foto oder Video liefert, wer freigibt. Mehr braucht ein Handwerksbetrieb, ein Gasthaus oder ein Händler nicht, um aus spontanen Einzelaktionen einen verlässlichen Rhythmus zu machen.
Der Plan nimmt dir die tägliche Frage ab, was du heute posten sollst. Diese Entscheidung triffst du einmal im Monat in Ruhe – an einem Termin, den du dir wie einen Kundentermin in den Kalender einträgst. Im Alltag arbeitest du die Liste dann nur noch ab.
Was der Plan nicht ist: ein starres Korsett. Kommt ein spannender Auftrag dazwischen, eine neue Mitarbeiterin oder ein Wintereinbruch, der die Baustelle stilllegt, dann schiebst du einen geplanten Beitrag nach hinten und zeigst das Aktuelle. Der Plan sorgt nur dafür, dass in den ruhigen Wochen nicht gar nichts passiert.
Wo die Themen herkommen: aus deinem Arbeitsalltag
Die häufigste Sorge lautet: „Bei uns passiert doch nichts Spannendes.“ Das stimmt fast nie. Was für dich Routine ist, ist für deine Kundinnen und Kunden oft neu und interessant. Gute Themenquellen sind:
- Fragen, die du am Telefon oder im Schauraum immer wieder hörst – jede davon ist ein eigener Beitrag.
- Abläufe, die von außen niemand sieht: wie eine Bestellung vorbereitet wird oder wie ein Auftrag vom Aufmaß bis zur Übergabe läuft.
- Menschen aus deinem Team, mit Namen und Aufgabe – natürlich mit ihrem Einverständnis.
- Fertige Arbeiten, am besten im Vorher-nachher-Vergleich.
- Saisonales: was im Frühjahr gefragt ist, was vor Weihnachten und was nach dem ersten Frost.
- Termine in der Region: Messen, ein Tag der offenen Tür oder Feste, bei denen du dabei bist.
Leg dir dafür eine einfache Notiz am Handy an und schreib jede Idee sofort hinein, wenn sie dir unterkommt. Am Planungstag hast du dann mehr Themen, als du brauchst. Wie das auf der Baustelle konkret aussieht, haben wir im Beitrag Social Media für Baufirmen beschrieben.
Der richtige Rhythmus: lieber regelmäßig als viel
Für die meisten Betriebe in Amstetten, im Mostviertel oder in Wien reichen zwei bis drei Beiträge pro Woche auf dem Hauptkanal. Wichtiger als die Menge ist, dass der Rhythmus hält. Ein Kanal, auf dem im Jänner zwölf Beiträge erscheinen und dann bis April keiner mehr, wirkt verlassen – auch auf jemanden, der dich gerade über Google gefunden hat und sich vor dem Anruf ein Bild von dir machen will.
Plane deshalb so, dass du den Rhythmus auch in einer stressigen Woche halten kannst. Ein bewährtes Muster: am Dienstag ein Beitrag aus der laufenden Arbeit, am Donnerstag ein Tipp oder eine häufige Kundenfrage, am Samstag etwas Persönliches aus dem Team. Dazu kommen Stories, wenn zwischendurch etwas Spontanes passiert.
Und welche Kanäle? Starte mit dem Kanal, auf dem deine Kundschaft tatsächlich unterwegs ist. Für viele regionale Betriebe sind das Facebook und Instagram, bei Firmenkunden eher LinkedIn. Ein gut gepflegter Kanal bringt mehr als drei halbherzige. Auch dein Google-Unternehmensprofil verträgt Beiträge: Viele Inhalte aus dem Plan kannst du dort mit wenig Aufwand ein zweites Mal verwenden.
Die Vorlage: so sieht ein Social-Media-Redaktionsplan für einen Monat aus
Du brauchst keine spezielle Software. Eine Tabelle in Excel, in Google Tabellen oder sogar ein ausgedrucktes Blatt reicht völlig. Wichtig sind sechs Spalten: Datum, Kanal, Thema, Format, wer das Material liefert und der aktuelle Status. So kann der erste halbe Monat einer Tischlerei im November aussehen:
| Datum | Kanal | Thema | Format | Material von | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 04.11. | Instagram, Facebook | Neue Küche in Eiche: vom Plan bis zur Montage | Bilderreihe (5 Fotos) | Werkstatt, Montageteam | freigegeben |
| 06.11. | Instagram, Facebook | Kundenfrage: Wie lange dauert eine Küche vom Aufmaß bis zur Montage? | Foto und Text | Chef | in Arbeit |
| 08.11. | Lehrling Lukas stellt sich vor | kurzes Video (30 Sekunden) | Lukas, Werkstatt | Idee | |
| 11.11. | Instagram, Facebook | Vorher-nachher: neue Stiegenverkleidung | 2 Fotos | Montageteam | Idee |
| 13.11. | Facebook, Google-Unternehmensprofil | Bis wann bestellen für eine Lieferung vor Weihnachten? | Grafik und Text | Büro | Idee |
Für einen Installateur, ein Autohaus oder ein Café funktioniert dieselbe Tabelle – nur die Themen ändern sich. Die Spalte „Status“ ist dabei der eigentliche Trick: Sie zeigt dir auf einen Blick, wo noch etwas fehlt. „Idee“ heißt: Das Thema steht, das Material fehlt. „In Arbeit“ heißt: Text und Bild werden vorbereitet. „Freigegeben“ heißt: Der Beitrag kann raus. Steht zwei Tage vor dem Termin noch „Idee“ in der Zeile, weißt du, dass heute ein Foto gemacht werden muss.
Ein Thema, mehrere Beiträge: Inhalte klug wiederverwenden
Ein guter Plan holt aus einem Thema mehr heraus als einen einzelnen Beitrag. Aus einer fertigen Küche werden zum Beispiel eine Bilderreihe auf Instagram, eine kurze Story vom Montagetag, ein Foto im Google-Unternehmensprofil und – wenn das Projekt besonders gelungen ist – ein Referenzeintrag auf deiner Website. Der Aufwand für Fotos und Abstimmung fällt dabei nur einmal an.
Auch Fragen aus dem Alltag lassen sich mehrfach nutzen: als Beitrag mit der Antwort, als Story mit einer kleinen Umfrage („Hättest du es gewusst?“) und später gesammelt als Liste der häufigsten Kundenfragen. Trag solche Ableger gleich in die Tabelle ein, dann füllt sich der Monat fast von selbst.
Fotos und Videos sammeln, bevor du sie brauchst
Der häufigste Grund, warum ein Plan scheitert, ist nicht die fehlende Idee, sondern das fehlende Bild. Deshalb lohnt es sich, Material auf Vorrat zu sammeln. Mach es zur Gewohnheit, bei jedem fertigen Auftrag drei, vier Fotos mit dem Handy zu machen – bei Tageslicht, aufgeräumt und aus Augenhöhe. Ein gemeinsamer Ordner, in den das ganze Team seine Fotos hochlädt, erspart dir später die Suche.
Für Bilder, die länger auf deiner Website oder in deinem Profil bleiben sollen – Teamfotos, Werkstatt, Schauraum oder ein kurzer Imagefilm –, zahlen sich professionelle Aufnahmen aus. Am besten verbindest du das mit einem Fototermin, aus dem gleich Material für mehrere Monate entsteht. Wie wir das machen, siehst du auf unserer Seite zu Foto und Video.
Wichtig beim Fotografieren von Mitarbeitern und Kunden: Hol dir die Zustimmung ein, bevor jemand erkennbar online zu sehen ist. Bei Kundenaufträgen gilt dasselbe für Hausnummern, Kennzeichen und Innenräume.
Freigabe: wer drüberschaut, bevor es online geht
In kleinen Betrieben ist die Freigabe oft der Engpass. Der Chef will jeden Beitrag sehen, hat aber keine Zeit – und der fertige Text liegt eine Woche im Postfach. Die Lösung ist eine Sammelfreigabe: Einmal im Monat gehst du alle Beiträge für die kommenden Wochen durch, korrigierst, was nicht passt, und gibst den Rest auf einmal frei.
Leg dabei fest, was spontan ohne Rückfrage hinaus darf, etwa Stories vom Arbeitstag oder Fotos von fertigen Arbeiten, und was immer vorher gezeigt werden muss, etwa Preise, Aktionen oder Aussagen über Kunden. So bleibt der Kanal lebendig, ohne dass etwas Unpassendes erscheint.
Genau so arbeiten wir auch, wenn wir die Social-Media-Betreuung für einen Betrieb übernehmen: Am Monatsanfang liegt der Plan zur Freigabe bereit, danach läuft der Rest. Wie das im Detail abläuft, liest du im Beitrag Was eine Agentur jeden Monat konkret für deinen Betrieb erledigt.
Nach dem Monat: kurz auswerten, dann neu planen
Bevor du den nächsten Monat planst, nimm dir eine Viertelstunde für einen Rückblick. Die Statistik in Instagram und Facebook zeigt dir, welche Beiträge gesehen, gespeichert und geteilt wurden. Drei Fragen genügen: Welcher Beitrag hat die meisten Reaktionen bekommen? Welcher kaum welche? Und sind über den Kanal Anfragen oder Nachrichten hereingekommen?
Daraus leitest du ab, wovon du im nächsten Monat mehr zeigst. Kommen Vorher-nachher-Bilder besonders gut an, tauchen sie öfter im Plan auf. Bleiben Tipps ohne Reaktion, probierst du ein anderes Format – vielleicht ein kurzes Video statt eines langen Textes. So wird dein Plan von Monat zu Monat treffsicherer.
Typische Fehler beim Redaktionsplan
- Zu viel auf einmal: Wer mit täglichen Beiträgen startet, hält das selten länger als ein paar Wochen durch.
- Nur Werbung: Wenn jeder Beitrag ein Angebot ist, scrollen die Leute weiter. Zeig Arbeit, Menschen und Wissen – das Angebot ergibt sich daraus.
- Kein Material eingeplant: Ein Thema ohne Foto ist noch kein fertiger Beitrag.
- Niemand zuständig: Steht bei einem Beitrag kein Name, macht ihn niemand.
- Plan in der Schublade: Der Plan gehört dorthin, wo du ihn täglich siehst – als geteilte Tabelle am Handy oder ausgedruckt in der Werkstatt.
Häufige Fragen zum Social-Media-Redaktionsplan
Wie weit im Voraus sollte ich planen?
Ein Monat ist für die meisten Betriebe der richtige Zeitraum. Er ist kurz genug, um auf Aktuelles zu reagieren, und lang genug, damit du nicht jede Woche neu überlegen musst. Fixtermine wie Messen, Betriebsurlaub oder Aktionen kannst du zusätzlich in einer Jahresübersicht vormerken.
Brauche ich ein Planungstool?
Für den Anfang nicht, eine Tabelle reicht. Wenn du Beiträge im Voraus einplanen willst, kannst du das für Facebook und Instagram direkt in der Meta Business Suite erledigen. Dann gehen sie zur gewünschten Uhrzeit automatisch online, auch wenn du gerade beim Kunden bist.
Wie viel Zeit kostet ein Redaktionsplan?
Rechne für die Monatsplanung mit ein bis zwei Stunden, sobald du etwas Routine hast. Dazu kommt die Zeit für Fotos, Texte und das Beantworten von Nachrichten. Der Planungstermin erspart dir aber die vielen kleinen Momente, in denen du sonst grübelst, was du posten sollst.
Kann ich die Planung auch abgeben?
Ja. Viele Betriebe behalten die Ideen und das Material bei sich und lassen Plan, Texte und Veröffentlichung von einer Agentur erledigen. Dein Aufwand ist dann im Wesentlichen die Freigabe. Was dazugehört, findest du auf unserer Seite zu Social Media.
Fazit: einmal im Monat planen, den Rest einfach abarbeiten
Ein Social-Media-Redaktionsplan ist kein Marketingprojekt, sondern eine Tabelle mit sechs Spalten und ein fixer Termin im Monat. Wer die Themen aus dem eigenen Alltag nimmt, Fotos auf Vorrat sammelt und die Freigabe bündelt, zeigt seinen Betrieb regelmäßig – auch in den Wochen, in denen die Arbeit keine Zeit für Spontanes lässt. Wenn du Unterstützung beim Start willst oder die Umsetzung lieber ganz abgibst: Als Werbeagentur im Mostviertel betreuen wir Betriebe in Amstetten, ganz Niederösterreich und Wien. Schreib uns oder ruf an, dann schauen wir uns gemeinsam an, was für deinen Betrieb passt.